Foto: Florian Petrow
Foto: Florian Petrow

Klarer TKH-Sieg nach Stotterstart gegen Freiburg. Die Wulffs schauen begeistert zu.

Hannover. Beim Einlauf vor dem Spiel, wenn die Halle abgedunkelt ist, werden die Spielerinnen des TKH zwar gefeiert, aber auch geblendet. Ein Scheinwerfer strahlt ihnen direkt in die Augen auf dem Weg zum Spielfeldrand, wo sie die Schiedsrichter begrüßen. Auch zu Beginn der Bundesligapartie gegen den amtierenden Meister Freiburg fehlte Hannover der Durchblick. Fehlpässe, Ballverluste – die Luchse agierten ungewohnt fahrig.

Am Ende hatten sie freie Sicht und gewannen wie üblich klar und deutlich – 82:64 gegen die Eisvögel Freiburg. Der fünfte Sieg im fünften Ligaspiel. Das gab Applaus von den 350 Fans in der sehr gut gefüllten Halle Birkenstraße in der Südstadt. In der Mitte der ersten Reihe direkt am Spielfeldrand: Altbundespräsident Christian Wulff mit seiner Frau Bettina. Beide sind große Basketballliebhaber, die Ex-First-Lady spielte einst beim TKH unter dem damaligen Trainer und ewigen Teamchef Rodger Battersby. Die Promiquote stimmt bei den Luchsen. Bei der Saisoneröffnung warf OB Belit Onay den ersten Ball, beim Ligastart, dem bisher einzigen Heimspiel, war die NBA-Legende John Stockton da, um seiner Tochter Laura im TKH-Dress beim Spielen zuzuschauen. Hannovers Basketballerinnen ziehen.


Letztlich gab sich der Titelkandidat auch gegen den in dieser Saison geschwächten Meister keine Blöße. Der gruselige Start war schnell vergessen. Nach einem 0:9-Lauf lag das Team von Sidney Parsons mit 6:15 zurück, die Trainerin nahm die erste Auszeit. „Unkonzentrierte Defensive und zu viele Ballverluste – genau das wollten wir eigentlich vermeiden“, sagte Parsons.

Nach ihrer Unterbrechung lief es besser. Ein 8:2-Lauf des TKH zwang Freiburgs Coach zur Notbremse. Noch führten die Gäste. Am Ende des ersten Viertels lag Hannover aber dank eines Dreiers von Finja Schaake mit 21:19 vorn.

Im zweiten Abschnitt nahmen die Dinge ihren normalen Lauf. Die Luchse bestimmten das Spiel. Rebounds und Wurfquote stimmten. Kapitänin Samantha Roscoe steigerte sich nach einem bescheidenen Start und erzielte ihre Punkte vier bis zwölf, darunter den perfekt getimten Sprungwurf zum 40:29 mit der Halbzeitsirene.

In den ersten fünf Minuten nach dem Wechsel spielten die Luchse die Eisvögel schwindelig. Besonders Angel Rizor glänzte jetzt als Punktelieferantin. Mit ihrem Korb zum 58:39 näherte sich Hannover dem fast schon üblichen 20-Punkte-Vorsprung. Die US-Amerikanerin schraubte ihre Ausbeute in diesem Viertel auf 21 Punkte.

Mit 60:43 ging es in den Schlussabschnitt. Das ungleiche Duell war da eigentlich schon entschieden. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis das Parsons-Team die 20-Punkte-Marke knackte. Es war die Kapitänin Roscoe, die mit ihrem Dreier auf 69:47 stellte. Der Sieg war sechs Minuten vor dem Ende damit nicht mehr in Gefahr. Die Spannung fiel ab. Dass Freiburg am Ende doch unter 20 blieb, war den Fans egal, sie machten bis zur Schlusssirene Lärm. „Es war schön, nach längerer Zeit mal wieder da zu sein“, sagte Bettina Wulff und klatschte begeistert. Ihr Mann wagte schon einmal eine Prognose: „Ich glaube, dass der TKH in den Play-offs eine wesentliche Rolle spielen wird“, sagte Christian Wulff. „Sie haben jetzt richtig gute Spielerinnen und eine tiefe Bank.“

Weiter geht es am 13. November beim Topteam Keltern. In zwei Wochen kommen die Rheinland Lions zum Spitzenspiel. Spätestens dann hat der TKH einen klaren Blick, wo er wirklich schon steht auf dem Weg zur Nummer eins.

TKH-Punkte: Rizor 21, Roscoe 19, Taylor 15, Brabencova 6, Stockton 6,  Schaake 5, Jongeling 4, Konstantinidou 4, Ossowska 2, Brochlitz.

(Simon Lange Neue Presse)

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