Foto: Jan Günther
Foto: Jan Günther

Einwurf von Dara Taylor hinter dem Halle-Korb in die Hände der heranfliegenden Angel Rizor. Der TKH-Flügel wirft ungehindert noch im Flug – und trifft mit der Viertel-Sirene zum 63:47. Rizor schreit nach der Landung mit geballten Fäusten ihre Freude raus. Es sind ihre Punkte elf und zwölf – allein im dritten Viertel. Halle kommt nach diesem Nackenschlag nicht mehr zurück. Die Basketball-Luchse des TK Hannover gewinnen mit 82:61 daheim im vollen Birken-Dome in der Südstadt und festigten ihre Tabellenführung in der 1. Bundesliga.

Dabei hatte der Nachmittag keineswegs spitzenmäßig begonnen. Beim ersten Heimspiel im neuen Jahr stockte der TKH-Motor zunächst noch etwas. Die ersten drei Minuten fiel nichts in den Korb. Rizor erzielte mit einem Freiwurf schließlich den ersten Punkt. Fast fünf Minuten dauerte es, bis der erste Wurf aus dem Feld saß. Taylor netzte zum 7:8 ein. Im Vergleich zum Start des Pokalviertelfinals, das der TKH am Mittwoch mit 60:52 in Halle gewonnen hatte, zeigten sich die Gäste treffsicherer. Bei 9:13 musste Luchse-Trainerin Sidney Parsons die erste Auszeit nehmen, um ihr Team neu zu justieren. „Wir sind nicht optimal gestartet. Halle hatte mehr Energie, uns fehlte die Aggressivität“, analysierte Parsons hinterher.

Neuzugang Mikaela Gustafsson gab Mitte des ersten Viertels ihr Heimdebüt und erzielte mit dem 15:18 ihre ersten Punkte für Hannover. Halle gewann das erste Viertel mit 20:17 – eine ungewohnt niedrige Punkteausbeute für die Luchse.

Das sollte sich im zweiten Abschnitt bessern. Rowie Jongeling verwandelte den ersten Dreier des TKH zum 20:20. Kurz darauf sorgte die erneut auf dem ganzen Feld überragende Taylor mit dem 22:20 für die erste Führung des Tages. Bis zum 28:28 blieb es ausgeglichen. Dann legte Hannover einen Gang in Angriff und Defensive zu, gestatte dem Gast im zweiten Abschnitt insgesamt nur zehn Punkte. Halle traf jetzt fast nichts mehr, der Gastgeber dafür immer besser. Mit einem 10:0-Lauf stellte das Parsons-Team auf 38:28. Stark im zweiten Viertel: Rowie Jongeling. Die Niederländerin schnappte sich fast jeden Defensiv-Rebound und sammelte bis zur Halbzeit (38:30) zehn Zähler.

Nach dem Wechsel machte sich TKH-Topscorerin Rizor daran, ihr bis dahin kleines Punktekonto (vier) aufzubessern. Die US-Amerikanerin erzielte alle neun Punkte zum 47:37. Am Ende erreichte sie doch noch ihren üblichen Schnitt von 18 Zählern. Der Dreier von Sam Roscoe zum 54:39 stellte die Weichen auf Sieg. Die Gegenwehr der Gäste war gebrochen. Im vierten Abschnitt sorgte der Dreier von Nicole Brochlitz zum 70:51 für die Entscheidung. Parsons, die schon das ganze Spiel ihren Kader rotieren ließ, brachte jetzt auch Maria Konstantinidou. Die Centerspielerin traf umgehend.

Auch der zweite Anzug sitzt. „Jede hat heute geliefert. Jede, die von der Bank kam, hat neue Energie und Schwung reingebracht“, hob Parsons die Teamleistung hervor, fand aber ein Extra-Lob für Jongeling, die mit zehn Punkten und zehn Rebounds für ein Double-Double sorgte, also zweistellige Werte in zwei Kategorien.

„Das war das dritte Spiel in einer Woche, die Mannschaft hat die Belastung bravourös gemeistert“, sagte Teamchef Rodger Battersby und ging zufrieden mit seiner Familie nach Hause. Allerdings nicht, ohne Spielmacherin Taylor zu adeln: „Es ist immer wieder ein Genuss, ihr zuzusehen“, so Battersby. „Das ist ganz großer Stoff.“

TKH-Punkte: Rizor 18, Taylor 16, Roscoe 15, Jongeling 10, Gustafsson 7, Brochlitz 5, Konstantinidou 4, Stockton 3, Schaake 2, Brabencova 2.

Simon Lange, Neue Presse

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