TKH Luchse müssen sich den OSC Panthers geschlagen geben

Der Dreierversuch von Kelly Moten landete nur auf dem Ring, Patricia Brossmann und Tessa Stammberger standen frei für den offensiven Rebound und die zweite Chance, den Rückstand von 62:69 zu verkürzen. Doch die TKH-Luchse standen sich selbst im Weg. Der Ball prallte von Brust und Kopf hin und her – und trudelte dann ins Aus. Die Szene stand stellvertretend für den Auftritt der Luchse im Bundesliga-Topspiel gegen Osnabrück: bemüht, aber müde und in- effektiv. Neuzugang Danielle McCray und Brossmann verkürzten zwar kurz darauf auf 66:69, eine Minute vor Ende hatte Hannover plötzlich doch noch die Chance, das Spiel zu drehen. Aber Osnabrück war einfach zu stark am Samstagabend vor rund 200 Zuschauern in der Halle an der Birkenstraße in der Südstadt. Der Gast gewann 72:66 und zog nach dem fünften Sieg in Folge mit Hannover gleich (beide jetzt 6:2-Siege), liegt aber wegen des direkten Vergleichs vor dem TKH auf Platz zwei.

Die TKH-Trainerin Sidney Parsons studierte noch den Statistikzettel, bevor sie ihrer Mannschaft geladen in die Kabine folgte. Ihre Miene verriet, dass sie innerlich kochte. Es dauerte lang, bis sie wieder rauskam. „Osnabrück hat super gespielt, hart, mit viel Leidenschaft und Teamgeist, so wie wir sonst“, sagte sie. Gästetrainer Aleksandar Cuic fehlte die erkältete Jill Townsend, er rotierte nur mit sieben Spielerinnen. Das reichte, um Hannover in Schach zu halten.
 
„Aber es lag an uns, wir sind selbst schuld“, schimpfte Parsons. „Unser Fokus lag auf der Defensive. Da haben wir nicht geliefert. Das war unser größtes Problem.“ Zuletzt hatte hier Team Herne unter 50 Punkten gehalten, dagegen standen nun die 72 gegen Osnabrück, das vor allem aus der Distanz immer wieder einfach und frei treffen konnte, weil die Luchse nicht streng genug verteidigten.
 
Dabei lief es zunächst gar nicht schlecht. Der TKH gewann das erste Viertel mit 19:16. Als zu Beginn des zweiten Abschnitts Osnabrück aufdrehte und die überragende Distanzschützin und Ehefrau des Trainers, Milicia Cuic, ihren ersten Dreier zum 19:21 versenkte, lag der TKH das erste Mal zurück. Kurz darauf nahm Parsons nach dem 21:23 die erste Auszeit. „Was zur Hölle ist hier los?“, rief die Trainerin und ahnte schon die späteren Probleme. Kurzfristig zeigte die Standpauke Wirkung. Ihr Team gewann auch den zweiten Abschnitt mit 19:16 und ging mit einer 38:32-Führung in die Pause. Überragend bis dahin: Danielle McCray in ihrem ersten Heimspiel mit 15 Punkten in 20 Minuten.
 
Nach dem Wechsel ging der TKH desolat unter. Osnabrück traf wegen der laschen Deckung fast alles, vor allem Cuic drehte mit zehn Punkten auf. Auf der anderen Seite mochte den Luchsen auch offensiv wenig gelingen. „Da waren wir zu langsam, haben den Ball nicht gut bewegt, Wir spielen immer besser offensiv, wenn wir auch defensiv gut stehen. Dann treffen wir vorne einfach und schnell“, erklärte Parsons den Totalausfall auf beiden Seiten. Vor allem die Führungsspielerinnen Tarasava und Moten blieben unter ihren Möglichkeiten, was die Punkteausbeute betraf.

Das Viertel ging mit 10:27 verloren, der TKH kassierte fast so viele Punkte wie zuvor in zwei Vierteln zusammen. Osnabrück ging ins Schlussviertel mit einer 59:48-Führung, die erst eine Minute vor Schluss durch Brossmanns Anschluss kurzzeitig in Gefahr zu geraten schien.
„Das Problem war nicht technisch, sondern mental, eine Kopfsache“, wusste Parsons. Gut, das jetzt Länderspielpause ist. erst am 21. November geht es in Nördlingen weiter. Genug Zeit, die Köpfe frei zu bekommen.
 
TKH-Punkte: McCray 19, Brossmann 10, Tarasava 9, Stammberger 8, Moten 7, Zipser 4, Schaake 4, Tzokov 3, Eckerle 2, Rohkohl dnp.
 
(Simon Lange, Sportredaktion Madsack)

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